PROJEKT3D-Design
Konzeptfilm für ein unsichtbares Sicherheitsprodukt
62 Sekunden isometrischer 3D-Film, der Sicherheitsvalidierung zu einem Ort macht: jedes Werkzeug ein Schild, jede Lücke ein fehlendes Stück, jeder Angriff eine rote Linie.
62s
Film, Titelkarte bis Abbinder
4
Fassungen bis zur Abnahme
0
Aufnahmen, alles gebaut statt gefilmt
Ein Produkt, das man nicht sehen kann
FourCore verkauft keine Software, die man vorführen kann, indem man sie aufmacht. Das Produkt prüft, ob die Sicherheitswerkzeuge, die ein Unternehmen ohnehin schon gekauft hat, im Ernstfall tatsächlich auslösen: es spielt Angriffe kontrolliert nach und misst, was davon bemerkt und was durchgelassen wird.
Das ist schwer zu zeigen, weil alles daran unsichtbar ist. Unsichtbar sind die Werkzeuge, unsichtbar ist ihre Fehlkonfiguration, unsichtbar ist der Angriff, und unsichtbar ist der Nachweis, dass er aufgefallen wäre. Wer das mit Bildschirmaufnahmen erklärt, zeigt Tabellen, und wer es mit Worten erklärt, braucht drei Minuten und Fachvokabular.
Gebraucht wurde etwas, das vor dem ersten Fachbegriff funktioniert: ein Film, der bei einer Produktvorführung läuft und in einer Minute klarmacht, worum es geht. Der Auftrag kam mit einem festen Termin, was die eigentliche Randbedingung war.
Entstanden für FourCore.








Aus einem Zustand wird ein Ort
Die Entscheidung, an der alles Weitere hängt: Sicherheit wird nicht als Diagramm gezeigt, sondern als Ort. Der Film spielt auf schwebenden isometrischen Platten, auf denen ein Unternehmen steht, das man wiedererkennt. Serverschränke, Arbeitsplätze, Bildschirme, Netzwerkkabel, eine Wolke am Rand für alles, was ausgelagert ist.
Isometrisch, weil diese Projektion zwei Dinge gleichzeitig kann, die eine Kameraperspektive nicht kann: sie zeigt den ganzen Bestand auf einmal, und sie behandelt jeden Teil davon gleich groß. Nichts steht weiter vorn, weil es wichtiger wäre. Für ein Produkt, dessen Aussage lautet Ihr Bestand hat Lücken, aber Sie wissen nicht wo, ist das nicht Stil, sondern Argument.
Auf jeder Platte steht ein Schild. Ein Schild ist das eine Bild für Schutz, das niemandem erklärt werden muss, und genau deshalb ist es hier brauchbar: es kostet null Sekunden Aufmerksamkeit, und die gesamte restliche Erzählung besteht darin, dieses vertraute Bild zu beschädigen.
Was fehlt, bekommt eine Form
Die Schilde sind nicht heil. Ihnen fehlen Stücke, wie einem Puzzle, aus dem Teile herausgenommen wurden, und die herausgelösten Teile treiben daneben in der Luft. Man sieht eine Lücke, bevor irgendjemand das Wort Lücke gesagt hat.
Das ist der Kern des Stücks, und es ist der Punkt, an dem die Metapher aufhört, Dekoration zu sein. Eine Fehlkonfiguration ist genau das: nicht ein fehlendes Werkzeug, sondern ein vorhandenes Werkzeug mit einem Loch darin. Der Film muss dafür kein Wort aufwenden, weil das Bild die Aussage bereits enthält.
Angriffe sind rote Linien. Sie kommen von außen, suchen sich die Löcher und gehen hindurch, nicht daran vorbei. Sie treffen nicht das Schild, sie treffen die Stelle, an der es fehlt. Danach führen sie weiter zur Wolke, und was dort ankommt, ist der Datenabfluss, den der Text daneben benennt.
Die Schildgeometrie kommt aus einer eigenen Szene und wird über den ganzen Film hinweg wiederverwendet, in Gold, in Rot und am Ende in Blau. Ein Zuschauer muss dieselbe Form dreimal wiedererkennen, sonst funktioniert der Schluss nicht.
Die Farbe trägt das Argument
Der Film hat drei Farbzustände, und sie sind die eigentliche Gliederung: Gold für den Bestand, wie er ist, beschädigt und ahnungslos. Rot für den Moment, in dem etwas passiert. Blau für denselben Ort, nachdem er geprüft wurde. Wer den Ton abstellt, versteht die Reihenfolge trotzdem.
Die erste Fassung stand auf einem gebrannten Orange. Nachgemessen liegt der Hintergrund dort bei ungefähr RGB 135, 65, 13; ab der zweiten Fassung bei RGB 35, 42, 47, einem dunklen Schiefer. Der Grund ist kein Geschmack. Orange liegt farblich zu nah am Gold der Schilde und zu nah am Rot der Angriffe, und ein Hintergrund, der mit beiden Signalfarben konkurriert, nimmt genau den zwei Elementen die Kraft, die die Aussage tragen. Auf dem dunklen Grund liest sich dieselbe Einstellung sofort: Gold vorne, Rot als Ereignis, alles andere zurückgenommen.
Das Bildpaar daneben zeigt dieselbe Einstellung in beiden Fassungen, gleiche Kamera, gleiches Schild, gleiche Wolke.
Der Moment, in dem es kippt
In der Mitte verlässt der Film kurz seine eigene Bildwelt. Ein Nachrichtenbalken schiebt sich ins Bild, in der Aufmachung einer Eilmeldung, und meldet den Vorfall so, wie ihn ein Außenstehender lesen würde. Das ist der einzige Moment, in dem etwas nicht aus der Welt der Platten kommt, und er sitzt dort, weil der Schaden an dieser Stelle aufhört, technisch zu sein.
Danach kippt der ganze Ort ins Rote. Nicht ein Alarm an einer Stelle, sondern jede Platte, jedes Gerät, der Boden. Die Aussage daneben lautet, dass hundert Meldungen vorliegen und niemand weiß, welche davon zählt, und genau das soll das Bild auslösen: nicht Gefahr, sondern Überforderung. Ein einzelnes rotes Warnsymbol hätte das Gegenteil gezeigt, nämlich ein klar benanntes Problem.
Auf dem Höhepunkt wird abgeblendet. Die Marke steht einen Moment allein auf Schwarz, und erst danach kommt der Ort zurück. Dieser Schnitt ist die Stelle, an der aus dem Problem ein Angebot wird, und er funktioniert nur, weil davor tatsächlich etwas wehgetan hat.
Zahlen, die nicht alle hundert sind
Der Schluss zeigt denselben Ort in Blau, und über jedem Schild steht eine Zahl. Nicht überall dieselbe: 12, 82, 48, 63, 25, eingefärbt von Rot über Gelb nach Grün. Das ist der Produktnutzen in einem Bild, weil es die Aussage Sie wissen jetzt, wo Sie schwach sind ohne einen einzigen Fachbegriff transportiert.
In der ersten Fassung stand über jedem Schild eine 100, alle grün. Das ist der Fehler, der am meisten gekostet hätte, und er ist am Bild selbst zu sehen: die Schilde waren dabei weiterhin voller Löcher. Ein Ergebnis von hundert auf einem Schild, durch das man hindurchschauen kann, ist nicht optimistisch, sondern unglaubwürdig, und es sagt zusätzlich das Falsche über das Produkt aus, denn ein Prüfwerkzeug, das überall Bestnoten vergibt, hat keinen Grund zu existieren.
Die Korrektur bestand nicht darin, die Zahlen zu ändern, sondern darin, Zahl und Geometrie miteinander in Übereinstimmung zu bringen: das Schild mit der niedrigen Zahl ist sichtbar löchriger als das mit der hohen. Erst dann behauptet das Bild nichts, was man ihm ansieht.
In der dritten Fassung wurde dieser Schluss außerdem neu gestellt. Vorher lief er als Großaufnahme über ein einzelnes Schild, sodass immer nur ein Wert zu sehen war; danach steht die Kamera weit genug zurück, dass fünf Schilde mit fünf Werten gleichzeitig im Bild sind. Der Film wurde dadurch etwa zweieinhalb Sekunden länger, und das ist der Grund: der Nutzen ist der Vergleich zwischen den Werten, nicht ein einzelner Wert.
Was am Ende übergeben wurde
Vier Fassungen bis zur Abnahme, von der ersten Mitte März bis zur finalen Mitte Mai. Untertitel wurden erst ganz zuletzt fest ins Bild gelegt, nachdem Schnitt und Länge standen: eingebrannte Schrift ist die teuerste Änderung im Ablauf, weil jede Korrektur daran eine neue Ausgabe des gesamten Films bedeutet.
Übergeben wurde nicht nur die fertige Datei, sondern die Werkstatt dahinter: die vollständige 3D-Szene mit Geometrie, Kameras und Material, die Kompositionsprojekte, das Schnittprojekt, der Satz an Vektorgrafiken für die Symbole, die einzeln gerenderten Bausteine wie die Schildanimation und die Angriffssequenz, dazu die Tonspur.
Das ist der Teil, der einen Konzeptfilm von einer Videodatei unterscheidet. Ein Team, das seine Positionierung ändert, eine Zahl austauscht oder eine Sprachfassung braucht, kann an der Stelle weiterarbeiten, an der wir aufgehört haben, statt neu zu beauftragen. Genau dafür sind die Bausteine einzeln abgelegt und nicht nur in der Endmontage vorhanden.
Die Bewegtbilder auf dieser Seite sind stumme Ausschnitte des Films. Die Tonspur der Originalfassung enthält lizenzierte Musik und wird hier nicht wiedergegeben.
Häufige Fragen
Der Konzeptfilm für ein Produkt zur Sicherheitsvalidierung zeigt Sicherheit nicht als Diagramm, sondern als Ort: ein Unternehmen auf schwebenden isometrischen Plattformen. Jedes Werkzeug ist ein Schild, jede Fehlkonfiguration ein fehlendes Stück, jeder Angriff eine rote Linie. Der Film dauert 62 Sekunden und war für eine Produktdemonstration gedacht.
Der 62-sekündige Konzeptfilm für das Sicherheitsprodukt entstand mit Blender, After Effects und Premiere Pro. Es gibt keine gefilmten Aufnahmen, alles wurde gebaut. Die Schild-Geometrie stammt aus einer eigenen Szene und wird im ganzen Film in Gold, Rot und schließlich Blau wiederverwendet.
Der Konzeptfilm für das Sicherheitsprodukt durchlief vier Fassungen bis zur Abnahme, von der ersten Mitte März bis zur finalen Fassung Mitte Mai. Untertitel wurden erst ganz am Ende eingebrannt, nachdem Schnitt und Länge feststanden, da jede Korrektur daran einen neuen Export des gesamten Films erfordert.
Neben dem fertigen Konzeptfilm wurde die Werkstatt dahinter übergeben: die komplette 3D-Szene mit Geometrie, Kameras und Materialien, die Compositing- und Schnittprojekte, die Vektorgrafiken der Symbole, separat gerenderte Bausteine wie Schild-Animation und Angriffssequenz sowie der Ton. So lassen sich Zahlen, Positionierung oder Sprache später anpassen.












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