Computational Design heißt: Sie beschreiben Ihr Gebäude, Ihre Anlage oder Ihr Produkt nicht mehr als fertige Geometrie, sondern als Satz von Regeln und Maßen, aus denen die Geometrie gerechnet wird. Ein Rastermaß, eine Bautiefe, eine Stückzahl, eine Fluchtweglänge, eine Fertigungsgrenze, ein Materialpreis: das sind die Eingaben. Das Modell ist die Rechnung dazwischen, und die Zeichnung ist nur noch ihr Ergebnis. Was dabei entsteht, ist kein hübscheres CAD, sondern eine andere Kostenstruktur. Die erste Variante kostet mehr als eine gezeichnete Variante, weil zuerst die Regel geschrieben werden muss. Die zweite bis zweihundertste kostet fast nichts. Genau dort liegt der Nutzen: bei Serien, bei Ausschreibungen mit mehreren Ausführungen, bei Produkten, die pro Kunde anders aussehen, und überall dort, wo heute jemand dieselbe Zeichnung mit anderen Zahlen noch einmal von Hand aufbaut.
Parametrisches Design ist der Teil davon, in dem Sie die Regel steuern: Sie drehen an Parametern und sehen sofort, was herauskommt. Generatives Design ist der Teil, in dem die Maschine den Parameterraum selbst durchsucht und Ihnen die Varianten sortiert vorlegt, die Ihre Bedingungen erfüllen. Beides braucht dieselbe Grundlage: ein Modell, das rechnet, statt zu posieren.
Wer Varianten von Hand zeichnet, bezahlt jede Variante einzeln. Wer die Regel schreibt, bezahlt sie einmal.