Leitfaden: Vom Prototyp zur Produktion
Wie genau kann eine Softwareschätzung sein? Der Schätzkorridor
Eine einzelne Zahl auf eine frühe Anfrage ist bequem. Sie lügt trotzdem ein wenig. Sie tut so, als stünden Umfang und Sonderfälle schon fest, dabei ist noch nichts davon geprüft. Ehrlich ist an diesem Punkt nur eine Spanne, mit einer unteren und einer oberen Grenze. Wie breit sie ausfällt, sagt mehr über den Stand des Vorhabens aus als jede einzelne Zahl es je könnte.
KI-GENERIERT Kurz beantwortet
Vor dem ersten getesteten Prototyp trägt eine Softwareschätzung nur als Spanne. Nicht als feste Zahl. Nach dem Kegel der Unsicherheit kann eine Schätzung in der Konzeptphase um das Vierfache nach oben oder unten danebenliegen. Enger wird der Korridor einzig durch Arbeit, die Unsicherheit tatsächlich beseitigt: getestete Prototypen, dokumentierte Schnittstellen, ein gebauter Kernablauf, schriftliche Abnahmekriterien.
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Eine einzelne Zahl verspricht mehr, als sie halten kann
Zu Beginn eines Vorhabens ist nicht die Rechnung unsicher, sondern das Vorhaben selbst: Umfang, Sonderfälle, Fremdsysteme und Abnahme sind beschrieben, aber noch nicht geprüft. Eine einzelne Zahl verschweigt das. Eine Spanne mit unterer und oberer Grenze zeigt es stattdessen, und sie zeigt zugleich, was noch geklärt werden muss, bevor aus der Beschreibung ein geprüfter Umfang wird.
Nehmen wir ein ausgedachtes Beispiel. Ein Zulieferer hat sich für die eigene Qualitätssicherung ein Werkzeug für Reklamationen gebaut, mit einer Oberfläche, die überzeugt, und Testdaten, die gut aussehen. In der Vorführung nicken alle. Jetzt soll das Werkzeug im Alltag laufen, mit echten Fällen und angebunden an die Warenwirtschaft, und die Geschäftsführung fragt, wie viel Aufwand bis dahin noch bleibt.
Welche Fragen eine Anwendung im Betrieb beantworten muss, die im Prototyp niemand stellen musste, ordnet die Reihe Vom Prototyp zur produktionsreifen Anwendung. Jede offene Frage darin ist eine Quelle von Unsicherheit in der Schätzung. Die interessante Frage bleibt, wie sich diese Unsicherheit verkleinern lässt.
Eine einzelne Zahl versteckt diese Spanne. Ein Korridor zeigt sie.
02
Was beschreibt der Kegel der Unsicherheit?
Der Kegel der Unsicherheit beschreibt, wie weit Schätzungen erfahrener Schätzender zu verschiedenen Zeitpunkten eines Softwarevorhabens danebenliegen können. Am Anfang ist die Spanne am größten, und mit jedem Meilenstein wird sie schmaler, an dem Anforderungen, Oberfläche und Entwurf feststehen. Der Kegel zeigt den günstigsten Fall. Schlechter geht immer.
Steve McConnell beschreibt das Modell 2010 in einem Papier von Construx. Auf der waagerechten Achse stehen typische Meilensteine: erste Idee, abgestimmte Produktdefinition, abgeschlossene Anforderungen, fertiger Oberflächenentwurf, fertige Software, und auf der senkrechten Achse steht, um welchen Faktor eine Schätzung zu diesem Zeitpunkt danebenliegen kann. Vor allem in den ersten 20 bis 30 Prozent der Laufzeit eines Vorhabens verengt sich der Kegel, McConnell zufolge (Construx, 2010).
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Der Kegel zeigt die bestmögliche Genauigkeit, schlechter schätzen geht immer, genauer nur mit Glück, und er verengt sich nicht von selbst. Wird ein Vorhaben so geführt, dass offene Punkte offen bleiben, bleibt auch die Unsicherheit bis zum Ende bestehen, und McConnell spricht dann von einer Wolke statt einem Kegel (Construx, 2010).
03
Zwischenstände verengen den Korridor, gutes Zureden nicht
Enger wird der Korridor an Zwischenständen. Jeder davon beantwortet eine offene Frage mit einem prüfbaren Ergebnis, etwa geschriebenen Anforderungen, einem getesteten Klickprototyp, dokumentierten Schnittstellen oder einem gebauten Kernablauf, und jeder Schritt endet mit etwas Vorzeigbarem statt mit einer Einschätzung.
- 01IdeeZiel und Nutzerkreis beschrieben
- 02Anforderungen geschriebenAbläufe und Sonderfälle als Text
- 03Klickprototyp getestetNutzer haben den Ablauf bedient
- 04Schnittstellen dokumentiertFremdsysteme beschrieben und angefragt
- 05Kernablauf gebautder tägliche Weg läuft mit Tests
| Zwischenstand | Welche Unsicherheit er entfernt | Woran Sie ihn erkennen |
|---|---|---|
| Anforderungen geschrieben | was die Anwendung überhaupt leisten soll | ein Dokument, dem Fachbereich und Entwicklung zugestimmt haben |
| Klickprototyp getestet | fehlende Schritte, falsche Reihenfolgen, vergessene Felder | eine Liste der Befunde aus Sitzungen mit künftigen Nutzern |
| Schnittstellen dokumentiert | was Fremdsysteme liefern und wie sie sich im Fehlerfall verhalten | Format, Richtung und Fehlerverhalten je Verbindung, mit einer Testanfrage belegt |
| Kernablauf gebaut | wie aufwendig Datenmodell, Fachlogik und Anbindung wirklich sind | ein Ablauf von der Erfassung bis zum Ergebnis, der mit echten Beispieldaten läuft |
In unseren Projekten sehen wir immer wieder dasselbe Muster: Die Demo überzeugt, die Fremdsystem-Anbindung bleibt am längsten offen, und genau sie bestimmt am Ende die obere Grenze. Für das Reklamationswerkzeug hieße das: Die Vorführung belegt, dass die Oberfläche verstanden wird. Sie belegt nicht, welche Auftragsdaten die Warenwirtschaft liefert, welche Sonderfälle bei Teillieferungen auftreten oder wann eine Reklamation als erledigt gilt.
04
Was passiert im Rechner, wenn Sie einen Beleg abhaken?
Jeder Beleg verschiebt beide Grenzen näher an den Basisaufwand, und jeder weitere Zwischenstand verschiebt sie noch einmal. Welcher fehlende Beleg die Spanne am stärksten verkleinern würde, ist die nützlichste Auskunft einer Schätzung, denn sie benennt den nächsten Arbeitsschritt und nicht bloß eine Zahl. Der Rechner unten zeigt das an Beispielwerten.
Wählen Sie zuerst die Phase, in der sich Ihr Vorhaben befindet, und haken Sie ab, was schon belegt ist. Setzen Sie einen Basisaufwand. Beobachten Sie dann, welche Häkchen den Balken kürzer machen und welche Lücke als größte offene Lücke gemeldet wird, denn genau die zeigt Ihnen, wo als Nächstes anzusetzen ist. Voreingestellt ist das Reklamationswerkzeug: Klickprototyp getestet, Nutzer haben ihn bedient, Basisaufwand 80 Personentage.
- Obere durch untere Grenze
- 1,9fach
- Untere Grenze
- 61 PT
- Obere Grenze
- 118 PT
- Größte offene Lücke
- Schnittstellen nicht dokumentiert
So rechnet der Schätzkorridor
- Faktor niedrig / hoch je Phase, Beispielwerte: Idee 0,40 / 3,00 · Anforderungen 0,55 / 2,20 · Klickprototyp 0,70 / 1,60 · Schnittstellen 0,80 / 1,35 · Kernablauf 0,90 / 1,15.
- Jeder Beleg rückt beide Grenzen um seinen Anteil näher an 1,0, Beispielwerte: Prototyp bedient 20 %, Datenmodell 15 %, Fremdsysteme 25 %, Abnahmekriterien 15 %. Enger als 0,95 / 1,05 wird es nicht.
- Erwartet = (niedrig + 4 × wahrscheinlich + hoch) / 6, jeweils als Faktor auf den Basisaufwand.
- Größte offene Lücke = der fehlende Schritt oder Beleg, der die Spanne am stärksten verkleinern würde.
Mit diesen Werten reicht der Korridor von 61 bis 118 Personentagen. Die obere Grenze liegt damit fast doppelt so hoch wie die untere, und die größte offene Lücke sind die nicht dokumentierten Schnittstellen. Stellen Sie die Phase auf Idee und entfernen Sie alle Häkchen: Die Spanne wächst auf 32 bis 240 Personentage. Ist dagegen der Kernablauf gebaut und stehen alle vier Belege, bleiben nur noch 76 bis 85.
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Der erwartete Wert liegt nicht in der Mitte
Die untere Grenze beschreibt den Aufwand, wenn offene Punkte einfach ausfallen. Die obere beschreibt ihn, wenn sie schwierig werden. Der erwartete Wert liegt meist näher an der unteren Grenze als an der oberen, weil er den wahrscheinlichsten Fall stärker gewichtet als die beiden Ränder. Wer nur ihn weitergibt, verschweigt, wie weit die obere Grenze entfernt liegt.
Der Rechner ermittelt den erwarteten Wert als Drei-Punkt-Schätzung: niedrig plus viermal wahrscheinlich plus hoch, geteilt durch sechs. Als wahrscheinlicher Wert dient dabei stets der Basisaufwand. Verbreitet ist diese Formel, weil sie den wahrscheinlichsten Fall stärker zählt, ohne die beiden Grenzen zu unterschlagen.
Auffällig ist die Schräglage. Die obere Grenze liegt weiter vom Basisaufwand entfernt als die untere, weil deutlich mehr Dinge Arbeit hinzufügen können als Arbeit wegnehmen: ein vergessener Sonderfall, eine Schnittstelle mit anderen Daten als gedacht, eine zusätzliche Abstimmungsrunde. Dass eine geplante Aufgabe überflüssig wird, kommt zwar auch vor, aber seltener, und selten in derselben Größenordnung.
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So bauen Sie sich Ihre eigene Spanne
Der Mechanismus lässt sich auf jedes eigene Vorhaben übertragen, unabhängig davon, wer am Ende baut. Fünf Schritte reichen.
Stand benennen
Legen Sie fest, wo das Vorhaben gerade steht: Idee, geschriebene Anforderungen, getesteter Klickprototyp oder gebauter Kernablauf. Der Stand bestimmt die Ausgangsbreite der Spanne.
Basisaufwand als Platzhalter setzen
Ein grober Wert reicht. Er lässt den Mechanismus laufen und dient als Rechengröße für Ihre eigene Planung, keine Zusage an irgendjemanden.
Belege durchgehen
Prüfen Sie anhand der Liste weiter unten, was an Ihrem Vorhaben schon belegt ist und was noch fehlt. Jeder fehlende Haken ist ein Grund für die obere Grenze.
Drei-Punkt-Wert rechnen
Niedrig, wahrscheinlich, hoch. Diese drei Werte ergeben nach der Formel von oben den erwarteten Wert, der die einzelne Zahl ersetzt, ohne die Ränder zu verschweigen.
Größte Lücke benennen
Welcher fehlende Beleg die Spanne am stärksten verkleinern würde, ist der eigentliche nächste Arbeitsschritt. Nicht die Zahl selbst.
Unsere Erfahrung: Teams, die den Basisaufwand zu genau nehmen, verwechseln ihn mit einer Zusage, obwohl er nur ein Ausgangspunkt für die Rechnung ist. Er darf grob sein. Die Belege dahinter entscheiden über das Ergebnis, nicht die erste Zahl.
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Welche Belege verkleinern die Spanne am stärksten?
Am stärksten wirken Belege, die eine Frage außerhalb des eigenen Teams klären: getestete Anbindungen an Fremdsysteme, Nutzer, die den Ablauf wirklich bedient haben. Danach folgen ein stabiles Datenmodell und schriftliche Abnahmekriterien. Die Liste unten zeigt, was für Ihr Vorhaben schon steht.
Checkliste
Was ist bei Ihrem Vorhaben schon belegt?
Jeder fehlende Haken ist eine offene Frage, die in der oberen Grenze der Schätzung steckt.
Welcher Beleg am meisten bewirkt, hängt vom Vorhaben ab. Eine Anwendung ohne Fremdsysteme gewinnt mehr durch Nutzertests, eine Anwendung mit fünf Anbindungen mehr durch getestete Schnittstellen. Deshalb nennt der Rechner die größte offene Lücke, statt eine feste Reihenfolge vorzugeben.
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Wann lässt sich eine feste Zusage verantworten?
Eine feste Zusage lässt sich verantworten, wenn die Spanne klein genug ist, dass ihre obere Grenze für alle Beteiligten tragbar bleibt. McConnell rät, Zusagen erst zu machen, wenn sich der Kegel verengt hat. Praktisch heißt das: Kernablauf bedient, Schnittstellen getestet, Abnahmekriterien schriftlich, verbleibende Annahmen benannt.
Eine frühe Zusage ist verlockend, weil sie Planungssicherheit verspricht. Sie verschiebt die Unsicherheit nur nach hinten: Liegt der tatsächliche Aufwand nahe der oberen Grenze, wird im Vorhaben gekürzt, nachverhandelt, oder die Qualität leidet. McConnell hält fest, dass Organisationen Zusagen vermeiden sollten, bis sich der Kegel verkleinert hat, weil sie vorher nicht haltbar sind (Construx, 2010).
Entscheidungspfad
Feste Zahl oder Spanne?
Drei Fragen zeigen, ob die Grundlage für eine feste Zusage reicht.
Alle Fragen und Ergebnisse als Liste
- Haben künftige Nutzer den Kernablauf an einem Prototyp mit echten Fällen bedient?
- Ja, weiter mit: Sind alle Schnittstellen dokumentiert und mit einer Testanfrage belegt?
- Nein, Ergebnis: Spanne nennen, Prototyp testen
- Sind alle Schnittstellen dokumentiert und mit einer Testanfrage belegt?
- Ja, weiter mit: Stehen die Abnahmekriterien schriftlich fest?
- Nein, Ergebnis: Spanne nennen, Anbindungen klären
- Stehen die Abnahmekriterien schriftlich fest?
- Ja, Ergebnis: Zusage mit benannten Annahmen
- Nein, Ergebnis: Abnahmekriterien vor der Zahl
- Ergebnis: Spanne nennen, Prototyp testenWorüber Sie sprechen sollten: welche Sitzungen mit künftigen Nutzern nötig sind, bevor der Umfang feststeht, und welche Spanne bis dahin gilt.
- Ergebnis: Spanne nennen, Anbindungen klärenWorüber Sie sprechen sollten: welche Fremdsysteme angebunden werden, wer dort Auskunft gibt und wie eine erste Testanfrage aussieht.
- Ergebnis: Abnahmekriterien vor der ZahlWorüber Sie sprechen sollten: woran Fachbereich und Entwicklung gemeinsam erkennen, dass die Anwendung fertig ist, bevor eine feste Zahl vereinbart wird.
- Ergebnis: Zusage mit benannten AnnahmenWorüber Sie sprechen sollten: welche Annahmen der Zahl zugrunde liegen und welches Ereignis eine neue Schätzung auslöst, etwa ein zusätzliches Fremdsystem.
09
Vier Annahmen, die den Praxistest nicht bestehen
Nur, wenn in dieser Zeit das Vorhaben geklärt wird.
Die Unsicherheit steckt im Vorhaben, nicht in der Rechnung. Nach McConnell hängt die Genauigkeit davon ab, wie genau die Software festgelegt ist (Construx, 2010).
Er passt fast nie zur Phase.
Früh ist ein fester Prozentsatz zu schmal, spät zu breit. Die Breite der Spanne folgt dem Stand des Vorhabens, nicht einer Faustregel.
Das lässt sich ohne Annahmen nicht beurteilen.
Eine niedrige Zahl kann auf einem kleineren Umfang, fehlenden Sonderfällen oder ausgelassenem Betrieb beruhen. Vergleichbar werden Schätzungen erst über ihre Annahmen.
Sie schätzen anders.
Auch in iterativen Vorhaben gilt der Kegel, nach McConnell auf etwas andere Weise: Häufig steht der Rahmen fest, und geschätzt wird, welcher Umfang hineinpasst (Construx, 2010).
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Wie vergleichen Sie Schätzungen verschiedener Stellen?
Vergleichen Sie zuerst die Grundlagen, erst danach die Zahlen. Auf welchem Stand wurde geschätzt, welche Annahmen sind genannt, was gehört zum Umfang, und welche Lücke soll als Nächstes geklärt werden? Zwei Zahlen auf unterschiedlichem Stand oder mit unterschiedlichem Umfang lassen sich nicht sinnvoll gegeneinanderstellen.
Woran eine Schätzung vergleichbar wird
| Kriterium | Vergleichbar | Schwer vergleichbar |
|---|---|---|
| Form | Spanne mit unterer und oberer Grenze | eine einzelne Zahl |
| Stand | benannt, etwa Klickprototyp getestet | nicht erkennbar |
| Annahmen | schriftlich aufgeführt | nicht genannt |
| Umfang | Tests, Datenübernahme und Betrieb enthalten oder ausdrücklich ausgeschlossen | offen gelassen |
| Nächster Schritt | größte offene Lücke benannt | fehlt |
In unseren Projekten hat sich gezeigt: Zwei Zahlen auf unterschiedlichem Stand sind praktisch nicht gegeneinander abzuwägen, so sehr die Beteiligten es sich wünschen. Soll ein bestehender Prototyp weiterentwickelt werden, gehört sein Zustand unbedingt in die Grundlage jeder Schätzung. Woran sich Abkürzungen im Code zeigen, die jede Änderung verteuern, beschreibt Technische Schulden in KI-generiertem Code erkennen, und welche Unterlagen die Übergabe in den Betrieb braucht, steht in Vom Proof of Concept in den Regelbetrieb.
iiterate Technologies GmbH aus Adenau entwickelt Individualsoftware und KI-Anwendungen von der Architektur über die Umsetzung bis zum Betrieb und übergibt mit Quellcode und Dokumentation. Wenn Sie über den Stand Ihres Vorhabens sprechen möchten: Kontakt.
Häufige Fragen
Wie belastbar ist eine Schätzung vor dem ersten Klickprototyp?
Als Spanne brauchbar, als einzelne Zahl nicht. Vor dem Prototyp sind Umfang, Sonderfälle und Fremdsysteme beschrieben, aber nicht geprüft. Nach dem Kegel der Unsicherheit kann eine Schätzung in der Konzeptphase um den Faktor 4 nach oben oder unten abweichen. Mit jedem Zwischenstand, den Nutzer bedienen oder den ein Fremdsystem bestätigt, wird die Spanne enger.
Was ist der Kegel der Unsicherheit?
Ein Modell dafür, wie weit Schätzungen erfahrener Schätzender in Softwarevorhaben zu verschiedenen Zeitpunkten danebenliegen können. Am Anfang ist die Spanne am größten. Mit jedem festgelegten Meilenstein wird sie schmaler, und Steve McConnell hat genau das in einem Papier von Construx beschrieben. Der Kegel zeigt dabei nur den günstigsten Fall. Er verengt sich nur, wenn offene Punkte tatsächlich geklärt werden.
Warum liegt die obere Grenze weiter entfernt als die untere?
Weil offene Punkte häufiger Arbeit hinzufügen als wegnehmen. Ein vergessener Sonderfall, eine Schnittstelle mit anderen Daten als erwartet oder eine zusätzliche Abstimmungsrunde vergrößern den Aufwand. Dass eine geplante Aufgabe entfällt, kommt vor, aber seltener in derselben Größenordnung. Deshalb liegt auch der erwartete Wert einer Drei-Punkt-Schätzung meist näher an der unteren Grenze als an der oberen.
Was sollte in einer schriftlichen Schätzung stehen?
Mindestens die untere und obere Grenze, der Stand, auf dem geschätzt wurde, die tragenden Annahmen, was zum Umfang gehört und was ausdrücklich nicht, und die größte offene Lücke. Mit diesen Angaben lässt sich eine Schätzung später überprüfen. Sie lässt sich damit auch mit einer anderen vergleichen und gezielt verbessern, sobald der nächste Zwischenstand erreicht ist.
Wie oft sollte eine Schätzung überarbeitet werden?
Immer dann, wenn ein Zwischenstand erreicht ist oder eine Annahme fällt, etwa weil ein Fremdsystem andere Daten liefert oder ein neuer Nutzerkreis dazukommt. Ein fester Kalenderrhythmus ist dafür weniger geeignet als ein Anlass. Hilfreich ist, bei jeder Schätzung vorab festzuhalten, welches Ereignis eine neue Schätzung auslöst.
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Quellen
- 01 Software Development's Cone of Uncertainty (Steve McConnell) Construx Software, 2010 · construx.com
Über Ihr Vorhaben sprechen
Ob Prototyp, internes Werkzeug oder KI-Anwendung: Beschreiben Sie kurz, was Sie bauen oder in den Betrieb bringen wollen.