R&D LAB Computational Design In Entwicklung Demonstrator, kein Kundenprojekt
ACHTKANT
Eine begehbare Messehalle, vollständig in Code gebaut
Eine Messehalle mit 9.856 m², 91 Standtypologien und 36 Eventelementen, vollständig in Code gebaut und im Browser begehbar.
- 9.856 m²Hallenfläche, 112 × 88 m
- 91Standtypologien
- 36Eventelemente
- 0nachgeladene Assets

Blickpunkt Hallenübersicht. Die Dachlage ist ausgeblendet, die Wandlage von Hand wieder eingeschaltet, damit die Halle Halle bleibt und trotzdem als Plan lesbar ist.
Publikationsgrund
Ein Rendering zeigt eine Entscheidung, ein regelbasiertes Modell zeigt den Möglichkeitsraum. ACHTKANT ist unser Beleg dafür, dass wir einen Bauteilkatalog als Regelwerk modellieren können, aus dem Geometrie, Kennzahlen und Plan gemeinsam entstehen und deshalb nicht auseinanderlaufen. Dieselbe Disziplin trägt Produktkonfiguratoren, Werksführungen im Browser und jede räumliche Erklärung, die sich ohne neues Rendering ändern lassen soll.
ACHTKANT ist eine Messehalle, die es nicht gibt: 112 × 88 Meter, 9.856 Quadratmeter, 91 Standtypologien und 36 Eventelemente vom Eingangsfoyer bis zur Gastromeile. Sie ist vollständig in Code gebaut. Keine eingekauften Modelle, keine fotografierten Texturen: Jede Oberfläche wird beim Laden auf ein Canvas gezeichnet, jede Systemzelle entsteht aus demselben Bausatz aus achtkantigem Pfosten, Riegel, 19-mm-Füllung, Blende und 60-mm-Boden. Der Unterschied zwischen einem Reihenstand und einer Halbinsel ist kein zweiter Bauplan, sondern eine Liste offener Seiten. Positionen werden nicht getippt, sondern beim Laden gepackt: Ein Algorithmus füllt jedes Aufbaufeld von der Gassenkante nach innen und schreibt die Koordinaten in die Daten zurück. Wer die Halle öffnet, kann durch sie laufen, jeden Stand anklicken und dessen Kennzahlen lesen, zwei Typologien nebeneinanderlegen, das Licht auf sechs Zustände stellen und den Aufbau in sieben Schritten vom leeren Feld bis zur Übergabe durchfahren. Der Zweck ist nicht die Halle. Der Zweck ist der Nachweis, dass sich ein Katalog aus Bauteilen als rechnendes, begehbares Modell zeigen lässt statt als PDF.
Eine Typologie ist eine Liste offener Seiten
Jede Zelle in der Halle erklärt, welche ihrer Seiten offen sind. Der Builder verkleidet die geschlossenen. Ein Reihenstand und eine Halbinsel sind damit derselbe Code mit einer anderen Liste, und das ist auch die ehrliche Art, einen Systembau zu zeigen: ein Bausatz, unterschiedlich angeordnet.
Auch die Ausrichtung folgt aus der Platzierung statt aus einer getippten Zahl. Jeder Builder liest die offene Seite, um zu entscheiden, wo Theke, Grafik und Bodenplatte hingehören. Das Entscheidungsprotokoll des Projekts nennt den Grund: Solange die Ausrichtung von Hand kam, sah die halbe Halle zur Wand statt zur Gasse.
Der Schieber, nicht das Video
Sieben Schritte vom leeren Feld bis zur Übergabe
- 01 Leeres Hallenfeld Das Feld ist auf dem Hallenraster ausgesteckt, sonst steht nichts. Jedes Mesh im Modell trägt den Schritt, in dem es erscheint, und der Schieber setzt eine einzige ganze Zahl.
- 02 Bodenaufbau Stellfüße, ein 60 Millimeter starkes Systemdeck, Randprofil. Ab hier hat die Zelle eine Oberkante, auf die alles Weitere gesetzt wird.
- 03 Rahmen Achtkantige Pfosten auf dem Meterraster, Ober- und Unterriegel. An dieser Stufe ist der Bausatz, aus dem jede Systemzelle besteht, vollständig zu sehen.
- 04 Füllungen 19 Millimeter starke Platten in die Nut des Profils gesetzt. Welche Felder geschlossen werden, entscheidet die Liste der offenen Seiten und nicht der Aufbauschritt.
- 05 Blende und Licht Kopfblende, Lichtschiene und die beleuchteten Felder verkabelt. Erst hier bekommt eine Zelle ihre Oberkante zur Gasse hin.
- 06 Grafik Stoffrahmen gespannt, Schrift aufgebracht. Die bedruckbaren Flächen sind im Datensatz als Markenflächen geführt und lassen sich im Modell austauschen.
- 07 Möblierung und Übergabe Theke, Sitzmöbel, Pflanzen, gereinigt und abgenommen. Der Schieber läuft auch rückwärts, weil ein Abbau dieselbe Reihenfolge in Gegenrichtung ist.
Der Schieber von Stufe null bis sechs
Durch Gang A1 und hinauf in die Übersicht
Zwei Messungen
Warum ein Lichtzustand gemessen und nicht angesehen wird
Der Abendzustand galt in diesem Projekt zweimal als kaputt. Beide Male lagen zwei Bilder aus dem Messaufbau nebeneinander, und beide Male sahen sie gleich aus. Das lag nicht am Licht, sondern am Auge: Zwei weiße Böden unter einem sättigenden Tonemapping sind schwer auseinanderzuhalten, und ein Prüfblick auf ein Standbild ist ein Eindruck und kein Urteil.
Seither wird ein Lichtzustand an einer Zahl beurteilt. Das gerenderte Bild wird auf eine Leinwand von 32 mal 18 Pixeln zurückgelesen und über alle 576 Pixel gemittelt. An der Ansicht Gastromeile ergibt das für diesen Durchgang 75 im Abendempfang gegen 130 bei Hallenlicht. Dieselbe Rechnung, auf die hier veröffentlichte Bilddatei angewendet, liefert 76. Mehr steht hinter der Behauptung nicht, und mehr muss auch nicht dahinterstehen.
Die zweite Messung ist unangenehmer. Das Entscheidungsprotokoll des Projekts sagt zur Dachlage, Dach und Wände seien unterhalb von fünfzehn Metern an und darüber aus. Der Quelltext sagt etwas anderes: Der Umschaltpunkt der beiden Lagen liegt bei 9,5 Metern Kamerahöhe, und das getrennte Ausblenden von Blenden und Vordächern verlangt zusätzlich mehr als 22 Meter Höhe und einen Erhebungswinkel über 24 Grad. Die Bilder auf dieser Seite folgen dem Code. Das Dokument folgt ihm nicht.
Wir lassen das stehen, statt die Zeile still zu korrigieren, weil es der gewöhnliche Verfall jedes dokumentierten Systems ist: Die Beschreibung altert schneller als die Zeile, die sie beschreibt. Die Zustandsdatei des Projekts trägt die Korrektur bereits, das Entscheidungsprotokoll nicht. Auffallen kann so etwas nur dort, wo eine Zahl steht, die jemand nachrechnen kann. An einem Rendering wäre nichts davon je aufgefallen.
Zwei weiße Böden unter demselben Tonemapping sehen gleich aus. Die Rückleseleinwand nicht.
Sechs Lichtzustände, vier davon hier
Vier Zustände desselben Lichts
HallenlichtDer Ausgangszustand: Deckenreihen und Standspots voll, keine Wärmeverschiebung. Beschriftet wird auch hier nie alles, sondern die nächsten zwölf Stände innerhalb von 34 Metern und die nächsten sieben Elemente innerhalb von 26 Metern.
AufbauDer Aufbauzustand nimmt die Deckenreihen auf 40 Prozent und die Spots auf 25 Prozent zurück und zieht das Umgebungslicht hoch, so wie eine Halle vor der Messe beleuchtet ist. Der Schieber steht hier auf dem Schritt Rahmen.
AbendempfangDer Deckenanteil fällt ab, die Lichterketten kommen hoch. Selbst gemessene mittlere Bildhelligkeit an dieser Ansicht: 75 gegen 130 bei Hallenlicht.
WeißmodellMaterial aus, Volumen an. Die gekachelte Menschenmenge schaltet dabei ihre Vertexfarben ab, damit der Ton ein Ton bleibt. Der Zustand, in dem eine Hallenbelegung als Belegung besprochen wird und nicht als Bild.
Vier Lichtzustände im Umlauf
Dieselbe Kamera, eine Lage weniger
Keine Zelle speichert ihre Position. Ein Packer füllt beim Laden jedes der zehn Aufbaufelder von der Gassenkante nach innen, wählt die Belegung durch Aufzählung und schreibt x und z in die Daten zurück. Geometrie, Kennzahlenkarte und Hallenplan lesen danach dieselben Zahlen.
Deshalb prüft ein eigenes Audit die Belegung gegen sich selbst statt gegen eine zweite Liste. Was es findet, sind Überschneidungen und Stände, die in eine Gasse ragen, nicht Tippfehler in einer Koordinatentabelle, die es gar nicht gibt.
Systemzelle und Individualbau, aus demselben Datensatz gezählt
Systembau, 28 der 91 Zellen
- Aufbauzeit: Median 1 Tag, Spanne 0,2 bis 2 Tage.
- Crew: Median 2 Personen, Spanne 1 bis 4.
- Transportvolumen: Median 9 Kubikmeter, höchstens 18.
- Grundfläche: Median 14,4 Quadratmeter, Spanne 4,2 bis 36.
- Vorlauf: 1 bis 3 Wochen, und zwei Zellen kommen aus dem Lager.
- Wiederverwendung steht im Datensatz als Stückzahl: neun von elf Teilen, zwölf von fünfzehn, alles außer der Grafik.
Individualbau, 63 der 91 Zellen
- Aufbauzeit: Median 2 Tage, Spanne 0,5 bis 4 Tage.
- Crew: Median 3 Personen, Spanne 2 bis 6.
- Transportvolumen: Median 16 Kubikmeter, höchstens 42.
- Grundfläche: Median 24 Quadratmeter, Spanne 5,8 bis 54.
- Vorlauf: 2 bis 8 Wochen, 20 Zellen liegen bei 4 Wochen, 17 bei 5.
- Wiederverwendung steht meist als Bauteil: Rahmen und Tür, Rahmen und Treppe, nur die Grafik.
Dasselbe Modell, wechselnde Palette
Ein Hallenmodell, mehrere Farbwelten

WerkschauElf Farbthemen sitzen über demselben Hallenmodell. Das Thema ändert nur die Palette, nicht die Geometrie, die Stückzahl oder den Montageablauf.

CobaltEin Wechsel des Akzents genügt, um dieselbe Standlandschaft an eine andere Ausstellermarke anzupassen, ohne ein Bauteil neu zu setzen.

OxbloodAuch die Ablaufleiste unten färbt sich mit: die sechs Montageschritte bleiben ablesbar, egal welches Thema läuft.

GoldElf Themen, ein Schalter in der Seitenleiste. Für einen Pitch lässt sich die Farbwelt in einem Klick an die Bühne im Raum angleichen.
Wo das passt
- Messebauer und Systemanbieter, die einen Katalog aus Bauteilen zeigen müssen, bevor irgendetwas gebaut ist.
- Veranstalter, die eine Hallenbelegung mit Ausstellern besprechen, statt sie als PDF zu verschicken.
- Hersteller modularer Produkte, deren Varianten aus Regeln entstehen und nicht aus einer Modellbibliothek.
- Jede Anfrage, deren ehrliche Antwort ein begehbarer Raum ist und deren übliche Antwort ein Rendering.
Bildnachweis: Alle Aufnahmen auf dieser Seite sind Bildschirmfotos unserer eigenen Anwendung. Marke, Messename und Aussteller im Modell sind erfunden.
“Ein Lichtzustand wird an einer Zahl beurteilt, nicht mit dem Auge.”
Publikationsgrund
Was das für Ihr Projekt heißt
Weiteres aus dem Lab

Methode Event Scout Ein Sprachmodell liest die Veranstaltungsseiten, alles andere ist festes Programm. Übrig bleibt eine kurze Liste, wo sich ein Tag vor Ort lohnt.
Angewandte Forschung Vellum Kanten, Perspektive, Licht und Text werden auf dem Telefon berechnet. Ein Dokument verlässt das Gerät erst, wenn jemand es sendet. Sie haben einen Katalog, der erst im Raum verständlich wird? Das können wir begehbar machen.
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