KI-READINESS · SELBSTEINSCHÄTZUNG
KI-Readiness: ist Ihr Vorhaben startklar?
Ob ein KI-Vorhaben etwas bringt, entscheidet sich selten an der Technik, sondern an sechs vorbereitenden Punkten. Wer sie ehrlich durchgeht, erhält am Ende einen konkreten nächsten Schritt statt einer Note.
KI-GENERIERT- Verbreitung
- 41 Prozent der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten setzen KI bereits ein, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz (Bitkom, 11. März 2026).
- Sechs Bereiche
- Ziel, Daten, Ablauf, verantwortliche Person, Datenschutz und Sicherheit sowie eine Vorstellung vom Betrieb bestimmen, ob ein einzelnes Vorhaben startklar ist.
- KI-Kompetenz
- Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz der Beschäftigten.
- Werkzeug
- Der KI-Readiness-Check stellt Fragen zu den sechs Bereichen und zeigt am Ende, an welcher Stelle ein Vorhaben zuerst hängen würde.
Woran zeigt sich, ob ein Unternehmen für ein bestimmtes KI-Vorhaben bereit ist?
Bereitschaft zeigt sich an sechs Punkten: einem benannten Ziel mit messbarer Wirkung, zugänglichen Daten, einem beschriebenen Ablauf, einer verantwortlichen Person mit Zeit, geklärten Fragen zu Datenschutz und Sicherheit sowie einer Vorstellung vom späteren Betrieb. Die Bereitschaft gilt für ein Vorhaben, nicht für das ganze Unternehmen auf einmal.
Dieselbe Firma kann für einen Assistenten über ihr Qualitätshandbuch bereit sein und für eine automatische Vertragsprüfung noch nicht, weil Datenlage und Risiko unterschiedlich ausfallen.
Wer sollte ein KI-Vorhaben im eigenen Haus verantworten?
Verantworten sollte es jemand aus dem Fachbereich, der den Ablauf kennt und Ergebnisse beurteilen kann, mit Zeit und Entscheidungsbefugnis dafür. Die IT liefert Zugang, Infrastruktur und Sicherheit, die Geschäftsführung Rückendeckung. Liegt die Verantwortung allein bei der IT, entsteht leicht eine technisch saubere Lösung ohne echten fachlichen Bedarf.
Zwei oder drei spätere Nutzerinnen und Nutzer, die von Anfang an mitreden, zeigen früh, an welcher Ausnahme ein System im Alltag hängen bleibt.
Wie wählt man aus mehreren möglichen KI-Anwendungsfällen den ersten aus?
Der erste Anwendungsfall entsteht aus einem Vergleich weniger Kandidaten nach Nutzen, Datenlage, Risiko und Messbarkeit, nicht aus dem größten denkbaren Versprechen. Vor dem Start steht fest, welche Kennzahl über Ausbau oder Abbruch entscheidet. Ein enger Testlauf mit echten Daten und echten Nutzenden zeigt mehr als eine Vorführung mit ausgesuchten Beispielen.
Eine Vorführung mit ausgesuchten Beispielen beweist wenig, weil sie genau die Fälle ausspart, an denen ein System im Alltag hängen bleibt.
Welche sechs Bereiche zeigen, ob ein Vorhaben startklar ist?
Checkliste
Sechs Bereiche für die Selbsteinschätzung
Lücken in einzelnen Bereichen sind normal und für sich kein Grund, ein Vorhaben zu stoppen.
Welcher nächste Schritt folgt aus der Selbsteinschätzung?
Entscheidungspfad
Vom Ergebnis zum nächsten Schritt
Alle Fragen und Ergebnisse als Liste
- Steht ein Ziel mit einer Kennzahl bereits fest?
- Ja, weiter mit: Lässt sich auf die nötigen Daten technisch zugreifen?
- Nein, Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: das Ziel
- Lässt sich auf die nötigen Daten technisch zugreifen?
- Ja, weiter mit: Gibt es eine Person mit Zeit und Befugnis für das Vorhaben?
- Nein, Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: der Datenzugriff
- Gibt es eine Person mit Zeit und Befugnis für das Vorhaben?
- Ja, Ergebnis: Ein Pilot ist ein sinnvoller nächster Schritt
- Nein, Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: die Verantwortung
- Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: das ZielOhne ein benanntes Ziel mit Kennzahl lässt sich später nicht sagen, ob ein Pilot etwas gebracht hat. Das ist der sinnvollste Ausgangspunkt für ein erstes Gespräch.
- Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: der DatenzugriffEin Ziel ohne zugängliche Daten bleibt eine Absicht. Klären Sie zuerst, wo die Daten liegen und wer technischen Zugriff einrichten kann.
- Ergebnis: Worüber Sie zuerst sprechen sollten: die VerantwortungOhne eine Person mit Zeit und Befugnis verläuft ein Vorhaben leicht im Sand. Benennen Sie diese Person, bevor über ein Werkzeug entschieden wird.
- Ergebnis: Ein Pilot ist ein sinnvoller nächster SchrittZiel, Daten und Verantwortung stehen so weit, dass sich ein enger Pilot an echten Daten lohnt, begrenzt auf eine Abteilung oder einen Dokumententyp.
Welche Anwendungsfälle eignen sich für den ersten Versuch?
Für den ersten Versuch eignen sich Aufgaben, die häufig vorkommen, an Texten oder Dokumenten hängen und bei einem Fehler keinen großen Schaden anrichten: ein interner Assistent für Handbücher, das Vorsortieren eingehender Post, das Auslesen von Eingangsrechnungen oder ein Entwurf für wiederkehrende Antworten. Ein Mensch prüft das Ergebnis in jedem dieser Fälle schnell.
Weniger geeignet sind Vorhaben, die Entscheidungen über Menschen vorbereiten, etwa in Personalauswahl oder Kreditprüfung, weil dafür nach der KI-Verordnung strengere Anforderungen gelten können. Ebenso schwierig sind Ideen ohne klaren Ablauf, bei denen erst während des Projekts klar wird, was eigentlich besser werden soll.
Wie verbreitet ist KI in deutschen Unternehmen bereits?
Diese Zahlen sagen wenig darüber, ob ein einzelnes Vorhaben startklar ist. Ein Unternehmen ohne jeden KI-Einsatz kann für einen gut geschnittenen ersten Anwendungsfall bereiter sein als eines, das bereits mehrere Werkzeuge parallel nutzt.
Belege aus unserer Arbeit
- Signal KI im Mittelstand einführen: Ein praktischer Fahrplan Fahrplan in fünf Phasen, der mit einem messbaren Problem beginnt statt mit der Wahl einer Technologie. Ansehen
- Signal Wo KI in einem Unternehmen wirklich ihren Platz verdient Beschreibt drei Wege, auf denen KI Wert schafft: wiederkehrende Arbeit abnehmen, Muster sichtbar machen, zur Arbeitsweise passen. Ansehen
- Werkzeug RAG-Readiness-Check für den Mittelstand Acht Fragen zum Dokumentenbestand zeigen, an welcher Stelle ein Vorhaben mit Retrieval-Augmented Generation zuerst hängen würde. Ansehen
- R&D Lab iiterate Handbook Macht aus einem komplexen Thema ein gegliedertes, mit Quellen belegtes, interaktives Lernhandbuch, etwa zur Einarbeitung eines Teams. Ansehen
- Fallstudie KI für Dokumenten-Q&A Fragen an eigene Dokumente, beantwortet aus gefundenen Abschnitten: einer der typischen ersten Anwendungsfälle mit sichtbarem Nutzen. Ansehen
Häufige Fragen
Ist unser Unternehmen zu klein für ein KI-Vorhaben?
Selten ist die Größe entscheidend. Ausschlaggebend ist, ob ein wiederkehrender Ablauf mit spürbarem Aufwand existiert. Auch ein kleines Team profitiert von einem Assistenten für interne Unterlagen oder von automatisch ausgelesenen Belegen, sofern Ziel, Daten und Verantwortung vorher geklärt sind.
Brauchen wir vor dem ersten Schritt eine vollständige KI-Strategie?
Nicht zwingend. Eine Strategie trägt weiter, wenn sie auf Erfahrungen aus einem ersten Piloten aufbaut, statt ihm vorauszueilen. Sinnvoll sind vorab wenige Leitplanken: welche Daten wohin dürfen, wer ein Werkzeug freigibt und wie Beschäftigte mit öffentlichen KI-Diensten umgehen.
Welche Aufgaben eignen sich für den Anfang eher nicht?
Weniger geeignet sind Vorhaben, die Entscheidungen über Menschen vorbereiten, etwa in Personalauswahl oder Kreditprüfung, weil dafür nach der KI-Verordnung strengere Anforderungen gelten können. Ebenso schwierig sind Ideen ohne klaren Ablauf, bei denen erst während des Projekts klar wird, was eigentlich besser werden soll.
Wie hilft der KI-Readiness-Check bei der Selbsteinschätzung?
Der Selbsttest stellt Fragen zu den sechs Bereichen und zeigt am Ende, an welcher Stelle ein Vorhaben zuerst hängen würde. Er läuft im Browser, ersetzt kein Gespräch, liefert aber eine Grundlage dafür, worüber als Erstes gesprochen werden sollte.
Welche Pflicht folgt aus der KI-Verordnung schon vor dem ersten Piloten?
Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 der Verordnung (EU) 2024/1689 von Unternehmen, die KI-Systeme einsetzen, Maßnahmen für ausreichende KI-Kompetenz der Beschäftigten, die mit einem System arbeiten. Eine benannte, verantwortliche Person, die ihr Team anleitet, trägt praktisch bereits dazu bei. Das ist Orientierung, keine Rechtsberatung.
Was passiert, wenn ein erster Pilot das gesetzte Ziel verfehlt?
Dann zeigt die vorher festgelegte Kennzahl das früh und ohne Streit über Eindrücke. Ein verfehltes Ziel ist ein Ergebnis wie jedes andere: Es klärt, ob die Datenlage trägt, ob der Ablauf anders geschnitten werden muss oder ob sich der Ansatz insgesamt nicht eignet.
Quellen
- 01 Digitalisierung der Wirtschaft: Fast jedes Unternehmen beschäftigt sich mit KI Bitkom e.V., 2026 · bitkom.org
- 02 Verordnung (EU) 2024/1689 zur Festlegung harmonisierter Vorschriften für künstliche Intelligenz Amtsblatt der Europäischen Union, 2024 · eur-lex.europa.eu
- 03 Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus on AI) Amtsblatt der Europäischen Union, 2026 · eur-lex.europa.eu
- 04 Quick Facts: Transparency rules for AI systems Europäische Kommission, Shaping Europe's digital future, 2026 · digital-strategy.ec.europa.eu
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