Methodology

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2 MIN

RPA gegen KI-Agenten: wann klassische Automatisierung noch gewinnt

RPA schlägt KI-Agenten überall dort, wo der Ablauf stabil und strukturiert ist. Verlässlichkeit gegen Flexibilität.
LOCATION
Rheinland-Pfalz
SERIES
Best Practices
AUTHOR
Aashwin Shrivastava
PUBLISHED

Der KI-Hype legt nahe, jeden automatisierten Ablauf einem Agenten zu geben. In der Praxis gewinnt die klassische Roboter-Prozessautomatisierung, RPA, immer noch überall dort, wo der Ablauf stabil und strukturiert ist. Die richtige Frage ist nicht ob KI besser ist, sondern ob die Aufgabe Verlässlichkeit oder Flexibilität braucht. Das entscheidet, und nicht die Neuheit der Technik.

01.

Was RPA wirklich gut kann

RPA ist regelbasiert und deterministisch. Sie beschreibt einen festen Ablauf, und er läuft jedes Mal gleich: gleicher Eingang, gleicher Weg, gleiches Ergebnis. Für einen strukturierten, stabilen Prozess, etwa Daten aus einem festen Formular in ein ERP übertragen, ist das genau richtig. Es ist prüfbar, wiederholbar und billig im Betrieb. Die Schwäche zeigt sich erst, wenn sich etwas ändert: ein neues Feldlayout, eine unerwartete Eingabe, und die starre Regel bricht.

02.

Was KI-Agenten besser können

Ein KI-Agent kommt dort ins Spiel, wo der Ablauf nicht starr ist: mehrdeutige Eingaben, freie Sprache, Entscheidungen, die Kontext brauchen. Er kann eine unstrukturierte E-Mail lesen und das Richtige tun, wo eine RPA-Regel kapitulieren würde. Der Preis ist, dass er nicht deterministisch ist: dieselbe Eingabe kann zwei Ergebnisse liefern, und er braucht Führung, Leitplanken und Prüfung. Wie weit No-Code-Agenten tragen und wo sie aufhören, behandeln wir an anderer Stelle.

03.

Die Entscheidungslinie

Eine einfache Heuristik trennt die Fälle:

  • Stabil und strukturiert (festes Formular, klare Regel, hohe Wiederholung): RPA. Verlässlichkeit schlägt Flexibilität.

  • Mehrdeutig und sprachlich (freie Texte, wechselnde Eingaben, Urteilsfragen): Agent. Flexibilität schlägt Starrheit.

  • Gemischt: oft die beste Antwort. RPA macht den festen Teil, der Agent übernimmt nur die Stelle, die wirklich Urteil verlangt.

Die Marktzahlen mahnen zur Nüchternheit: Gartner erwartet, dass über 40 Prozent der agentischen KI-Projekte bis Ende 2027 abgebrochen werden. Viele davon, weil ein Agent eingesetzt wurde, wo eine Regel gereicht hätte.

04.

Der nüchterne Mittelweg

Nicht KI oder RPA, sondern die richtige Stufe für den richtigen Teil. Der teuerste Fehler ist, einen verlässlichen, regelbaren Ablauf einem nicht-deterministischen Agenten zu überlassen, nur weil KI moderner klingt. Beginnen Sie mit der Frage nach der Aufgabe, nicht nach dem Werkzeug. Wo KI wirklich in den Stack gehört und über welche Schnittstelle, ordnet API gegen MCP gegen CLI ein.

Wayne Dyer

"If you change the way you look at things, the things you look at change."

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